Nebel verschleiert die Sinne

Dieser Eindruck entsteht auch häufig im Konflikt: Die Situation ist unklar und die Orientierungslosigkeit lähmt die eigene Handlungsfähigkeit. Und nun? Hilfreich ist oft ein gemeinsames Vortasten mit jemanden von außen, der oder die auch nicht mehr sieht, aber mutig ist Dinge zu benennen, und sie somit sichtbar macht. Sichtbare Stolpersteine können dann aus dem Weg geräumt werden oder man kann um sie bewusst liegen lassen, aber um sie herum gehen. Auf jeden Fall stößt man sich nicht so leicht und kann so Schmerzen vermeiden oder minimieren.



Ich spreche gerne von Zaubermomenten in der Mediation. Der Weg zu den Zaubermomenten ist nicht immer einfach und braucht einen sicheren Boden. Es braucht im Vorfeld den Moment, in dem wir uns gemeinsam vorsichtig vortasten und die eigenen Stolpersteine sichtbar machen, denn oft ist es den Konfliktinhaber:innen selbst nicht bewusst, was die eigenen Bedürfnisse, verletzten Werte oder auch persönlichen Anteile an der Situation sind. Diese ersten Momente sind oft sehr schmerzhaft, tun einfach weh. Danach kommen dann die Zaubermomente, die, in dem das Gegenüber erkennt, was und weshalb es passiert ist, die Situation annimmt und sich darauf einlassen kann. Es gibt ein Verstehen, ein Einlassen, ein Mitfühlen und dadurch eine Veränderung. Eine Veränderung der Situation die spürbar ist. Es wird ruhig und leise. Als würde ein leises Funkeln den Nebel vertreiben. Es klärt sich - oder vielmehr die Menschen in der verworrenen Situation klären sich. Denn dies ist - trotz allen Zaubers - ein aktiver Prozess. Beide Seiten erlangen selbst und aktiv Klarheit und das ist genau mein Ziel in der Begleitung: Durch das Erkennen und das Annehmen der Situation, Selbstermächtigung zu erlangen und Verantwortung für das eigene Handeln (wieder) übernehmen zu können und selbst zu entscheiden, wohin der Weg führt.


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