Dresscode in der Mediation

Ich denke gar nicht so viel darüber nach, was ich morgens anziehe und mein Kleiderschrank ist auch wirklich nicht besonders groß, so dass sich viele Gedanken auch gar nicht lohnen würden. Was ich anziehe ist das Ergebnis einer Mischung aus dem, was gerade gewaschen ist, welche Farbe zu dem Wetter da draußen passt (wenn es regnerisch grau ist, halte ich gerne mal mit einer Farbe dagegen) und ja, ich frage mich: Was habe ich heute für Termine? Wer sind meine Kunden? Coache ich gleich in meinem Büro die Partnerin einer Wirtschaftskanzlei, sitze ich als Supervisorin in einer Kita in Strümpfen auf dem Fußboden oder stehe ich in einem Training einige Stunden vor einer Gruppe angehender Mediator*innen? Intuitiv denke ich, dass ich das Richtige raussuche.

Allerdings wundere ich mich hin- und wieder über Kolleg*innen, denen das so ganz und gar egal zu sein scheint. Ich habe Berater kennengelernt, die in der Mediationsausbildung oder als Co-Mediator durchaus in die eine oder andere Richtung irgendwie nicht angemessen gekleidet waren. Feines Hemd und schickes Sakko können ebenso unangemessen sein, wie der ungebügelte Schlabberlook. Immer wieder treffe ich auf Mediatorinnen in Zelt-ähnlichen Kleidern und Schuhen, die sicherlich für die Füße sehr gesund sind, aber optisch eher fragwürdig. Ich habe auch schon in interessant tiefe Ausschnitte blicken dürfen… Nun ist das Outfit für die Arbeit an sich vielleicht nicht ausschlaggebend, aber wenn die Kleidung von den Inhalten ablenkt, stimmt irgendetwas nicht. Dabei kann es so einfach sein, wenn wir ein paar Grundlagen beachten. Die Trainerin für Business-Etikette und Mediatorin Stefanie Busche-Kendoff erzählt, dass es sich doch lohnt, etwas genauer zu überlegen bevor man in den Kleiderschrank greift: „Die Dresscodes zu kennen, erleichtert es im Beruf und auch privat, je nach Anlass angemessen gekleidet zu sein. Für jede Gelegenheit gibt es einen ausgesprochenen oder auch einen unausgesprochenen Dresscode. Die Grenzen der einzelnen Vorgaben sind dabei fließend und vor allem von der tatsächlichen Situation abhängig, in die wir uns begeben. Dresscodes beschreiben stets die optimale Kleiderempfehlung für eine Begegnung. Die Anpassung der Kleidung an die Bedürfnisse und Sehgewohnheiten des Gegenübers und an das eigene Wohlgefühl muss oder darf jeweils, im Rahmen der akzeptierten Möglichkeiten, dazu addiert werden.


Dresscodes zu folgen bedeutet also nicht, sich und seine Persönlichkeit zu verbiegen.

Den Zweiflern oder Dresscode-Verweigerern sei mit auf den Weg gegeben, dass die Übertreibung in die eine wie in die andere Richtung für den Einzelnen funktionieren mag, aber niemals für eine Gruppe. Dresscodes sind gesellschaftlicher Konsens, eine demokratische Entscheidung zum Wohlbefinden vieler.


Insbesondere im beruflichen Umfeld hilft die richtige Wahl der Kleidung uns dabei, gegenüber Kunden und Geschäftspartnern, Vertrauen herzustellen und im Kollegenkreis ein Wir-Gefühl zu erzeugen. Anlass- und adressatengerechte Kleidung hilft uns dabei, anderen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, einen guten Eindruck zu hinterlassen und zu zeigen, dass wir die Regeln des Miteinanders beherrschen.“


Letztendlich kann also die angemessene Kleidung als ein erstes Spiegeln und Wahrnehmen des Gegenübers gesehen werden und sollte nicht von der eigentlichen Arbeit ablenken.


Weitere Informationen unter: https://www.knigge-mediation.de/


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